Radon – Info, Messung und Massnahmen
Radon Dosimeter bestellen
Bestellen Sie Dosimeter für eine offziell anerkannte Messung oder eine Kurzzeitmessung.
Radon-Messgerät bestellen
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Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas, das durch den Zerfall von Uran in Gesteinen und Böden entsteht. Es kann sich in Gebäuden ansammeln und stellt ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar. In der Schweiz ist Radon ein bekanntes Problem, insbesondere in Regionen mit geologisch bedingter hoher Radonfreisetzung. Die richtige Messung und geeignete Schutzmassnahmen sind entscheidend, um eine erhöhte Radonbelastung zu vermeiden.
Radon in der Schweiz
Radon ist in der Schweiz weit verbreitet, insbesondere in Regionen mit bestimmten geologischen Gegebenheiten. In schlecht belüfteten Innenräumen kann es sich in gesundheitsschädlichen Konzentrationen ansammeln. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt regelmässige Messungen, insbesondere in Gebäuden mit Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss oder Keller.
Gesetzliche Situation und Grenzwerte
In der Schweiz gibt es gesetzliche Vorgaben zur Radonbelastung in Gebäuden. Die sind insbesondere in den Artikeln 155-167 der Strahlenschutzverordnung (StSV, SR 814.501) festgehalten. Das BAG definiert die Grenzwerte wie folgt:
- Referenzwert von 300 Bq/m³ gilt für Räume, in denen sich Personen regelmässig während mehrerer Stunden pro Tag aufhalten (Artikel 155 StSV). Das sind beispielsweise Wohnräume, Kindergarten, Schulzimmer oder Arbeitsplätze.
- Neben den obigen Referenzwert gilt ein Schwellenwert von 1000 Bq/m³ für radonexponierte Arbeitsplätze. Die Einhaltung ist Sache der Aufsichtsbehörden. Dies kann beispielsweise auf unterirdischen Baustellen, bei Kanalarbeiten oder in Bergwerken auftreten. Die Regelung erfolgt über den Arbeitnehmerschutz und anerkannte Stellen.
Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass rund 6% der Gebäude in der Schweiz zu hohe Radon Grenzwerte ausweisen. Das bedeutet, dass rund 100’000 Wohnhäuser betroffen wären.
Wahrscheinlichkeit den Referenzwert zu überschreiten [%]
Radonkarte Schweiz
Die Radonkarte der Schweiz zeigt Gebiete mit erhöhter Radonbelastung. Sie basiert auf Messdaten aus verschiedenen Regionen und dient als Orientierung für Hausbesitzer und Mieter. Hohe Werte treten vor allem in alpinen Regionen und Gebieten mit kalkhaltigen Böden auf. Da die Radonbelastung stark variieren kann, sind individuelle Messungen im eigenen Gebäude unerlässlich.
Hier geht’s zur interaktiven Radonkarte für die Schweiz >>>
Gesundheitliche Auswirkungen und Risiken
Radonatome setzen beim Zerfall radioaktive Strahlung frei. Da das Gas weder zu riechen noch sichtbar ist, ist es besonders heimtückisch.
In der Schweiz sterben pro Jahr rund 200 bis 300 Personen an von Radon verursachtem Lungenkrebs - neben Rauchen ist es der zweithäufigste Grund für Lungenkrebs (10%). Laut neuen Studien erhöhe es auch das Risiko für bösartigen Hautkrebs.
Radon-Messung mit Dosimeter vornehmen
Um eine potenzielle Belastung festzustellen, gibt es verschiedene Testmethoden.
Kurzzeit-Messung (Orientierende Messung)
Eine Kurzzeitmessung dauert einige Tage und gibt eine erste Einschätzung zur Radonbelastung. Sie eignet sich für eine schnelle Kontrolle, liefert jedoch weniger präzise Werte als eine Langzeitmessung. Beispielsweise wird sie bei einem Immobilienverkauf/-kauf eingesetzt. Eine Kurzzeitmessung ist nicht anerkannt. Ein Jahresmittelwert kann damit nicht erläutert werden.
Jetzt Kurzzeitmessung starten und Dosimeter bestellen >>>
Langzeit-Messung (Offizielle Messung)
Langzeitmessungen erfolgen über mind. drei Monate, idealerweise während der Heizperiode, da dann die Radonkonzentration am höchsten ist. Sie bieten eine genauere Aussage über die tatsächliche Belastung und sind als Grundlage für Sanierungsmassnahmen besser geeignet. Sie ist anerkannt, sofern sie von einer anerkannten Messstelle vorgenommen wurde. Dabei kommen vorgeschriebene Messprotokolle zum Einsatz.
Eine Langzeitmessung macht vor allem dann Sinn, wenn das Gebäude in einem Risikogebiet steht (siehe Radonkarte), es mindestens einen erdberührenden Wohnraum hat, es einen Naturbodenkeller oder andere offensichtliche Undichtigkeiten hat gegenüber dem Untergrund, das Gebäude vor 1980 erbaut wurde oder die Dichtigkeit der Gebäudehülle gegenüber der Aussenluft erhöht wurde (z.B. bei Fensterersatz).
Ablauf einer Kurz- oder Langzeitmessung
1. Dosimeter bestellen
Bestellen Sie auf unserer Seite die Dosimeter für die Messung. Untenstehend entnehmen Sie die Kosten für die Dosimeter und die Auswertung (inkl. Lieferung und MWST):
- Messung mit 1 Dosimeter - CHF 150.-
- Messung mit 2 Dosimeter - CHF 200.-
- Messung mit 3 Dosimeter - CHF 250.-
- Messung mit 4 Dosimeter - CHF 300.-
- Messung mit 4 Dosimeter - CHF 350.-
- Jedes weitere Dosimeter CHF 50.-
2. Dosimeter platzieren gem. Instruktion
Kurz nach der Bestellung erhalten Sie die Dosimeter zugeschickt - inkl. Anleitung und Formular für die Messung.
Bitte platzieren Sie die Dosimeter in Ihrem Gebäude gemäss der Anleitung und belassen Sie diese für die gesamte Messzeit möglichst unberührt.
3. Dosimeter zurücksenden
Nach Ablauf der Messzeit schicken Sie die Dosimeter zurück an die angegebene Adresse.
4. Auswertung / Resultate erhalten
Sie erhalten die Auswertung von einer offiziell anerkannten Radonmessstelle zugeschickt.
Radon Messgerät kaufen
Wer Radon selbst überwachen möchte, kann ein eigenes Messgerät bestellen. Radon-Messgeräte für den Heimgebrauch erhalten Sie zu einem attraktiven Preis. Sie dienen dazu, den Radongehalt zu überwachen und zu Hause die Radonkonzentration besser einzuordnen.
Die von uns angebotenen Radon-Messgeräte verwenden eine hochwertige Sensorik und liefern zuverlässige Daten für eine Erstbestimmung. Bei stark schwankenden Werten oder Überschreitungen des Referenzwerts empfiehlt sich eine professionelle Messung und Beratung.
Professionelle Geräte für sind deutlich kostspieliger. Sie kosten mehrere Tausend Franken und werden offiziell zertifiziert. Eine Liste der zertifizierten Messgeräte finden Sie hier.
Radonmessgeräte von Econsense
Wir setzen auf die Radonmessgeräte von Ecosense, da diese über besonders zuverlässige Sensoren für Geräte im Heimgebrauch verfügen. Die drei Messgeräte bieten unterschiedliche Vorteile:
- RadonEye - CHF 229.00 (inkl. MWST und Versand)
Das RadonEye ist der Bestseller. Es ist einfach in der Anwendung, kann Daten exportieren und über Bluetooth Daten liefern. - EcoBlu - CHF 219.00 (inkl. MWSt und Versand)
Einstecken und loslegen. Dank der integrierten LED-Anzeige sind alle Daten sofort im Gerät verfügbar und gespeichert. Eine Anbindung über Bluetooth oder WLAN ist nicht möglich. - EcoCube - CHF 229.00 (inkl. MWST und Versand)
Das EcoCube ermöglicht eine Anbindung über WLAN und kann Daten an mehrere Geräte exportieren.
Radon Sanierungen
Eine Radonsanierung hat das Ziel, die Konzentration von Radon in Innenräumen durch bauliche oder technische Massnahmen zu minimieren. Dabei gibt es drei grundlegende Prinzipien: das Verhindern des Radoneintritts, die aktive Entfernung vor dem Eintritt oder das gezielte Abführen von Radon aus dem Gebäude. In vielen Fällen können bereits einfache Massnahmen wie eine verbesserte Lüftung oder das Abdichten von Rissen und Undichtigkeiten im Fundament eine deutliche Reduktion der Radonbelastung bewirken.
Bei stark betroffenen Gebäuden sind jedoch umfassendere Sanierungen erforderlich. Dazu gehören die Installation von Radonabsaugungen im Untergrund, druckreduzierende Systeme unter Bodenplatten oder der Einsatz spezieller Lüftungsanlagen. Die Wahl der geeigneten Sanierungsmethode hängt von der Bauweise des Gebäudes, der Radonquelle und der Nutzung der betroffenen Räume ab.
Laut Artikel 166 der Strahlenschutzverordnung (StSV) ist die Gebäudeeigentümerin oder der Gebäudeeigentümer verpflichtet, eine Sanierung vorzunehmen, wenn der Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird. Die Dringlichkeit der Sanierung wird durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Kantone anhand der Radonkonzentration sowie der Aufenthaltszeit in den betroffenen Räumen beurteilt. Dabei gilt: Je höher die Belastung und je länger die Aufenthaltsdauer, desto kürzer die Sanierungsfrist.
In manchen Fällen kann auch eine Umnutzung der Räume oder eine Reduktion der Aufenthaltszeit eine alternative Lösung sein. Beispielsweise kann ein stark belasteter Kellerraum als Lagerraum genutzt werden, anstatt als Wohnraum zu dienen. In der Regel wird jedoch empfohlen, langfristig eine bauliche Massnahme umzusetzen, um eine nachhaltige Reduktion der Radonexposition zu gewährleisten und gesundheitliche Risiken zu minimieren.
Radonschutz bei Neubauten
Bei Neubauten kann Radon von Anfang an wirksam durch bauliche Massnahmen verhindert werden. Da Radon aus dem Untergrund in Gebäude eindringt, ist eine luftdichte Bauweise der Bodenplatte und der erdberührenden Wände entscheidend. Abdichtungen mit radondichten Folien oder speziellen Beschichtungen sowie das Vermeiden von Undichtigkeiten bei Durchführungen und Fugen reduzieren das Risiko einer erhöhten Radonkonzentration erheblich.
Zusätzlich kann eine radonreduzierende Bodenplatte mit einer kapillarbrechenden Kiesschicht und einem Drainagesystem eingebaut werden. Diese Systeme ermöglichen eine kontrollierte Ableitung des Radons, bevor es in das Gebäude eindringen kann. In Regionen mit hoher Radonbelastung wird zudem empfohlen, von Anfang an eine aktive Radonabsaugung (z.B. via Radonbrunnen) oder eine mechanische Lüftung einzuplanen.
Der Vorteil von präventiven Massnahmen im Neubau liegt in den vergleichsweise geringen Kosten im Vergleich zu nachträglichen Sanierungen. Zudem entsprechen Neubauten, die nach den aktuellen Radonschutzrichtlinien gebaut werden, den gesetzlichen Vorgaben und bieten langfristigen Schutz für die Bewohner. Die frühzeitige Berücksichtigung von Radonschutzmassnahmen ist daher nicht nur eine Investition in die Gebäudesicherheit, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge.
In diesem Dokument finden Sie mögliche bauliche Massnahmen bei Neubauten.
Häufige Fragen zu Radon
Welche Anzeichen gibt es für Radon?
Radon ist unsichtbar, geruchlos und geschmacklos. Es gibt keine direkten Anzeichen für eine erhöhte Belastung. Nur Messungen können Auskunft zur Belastung geben.
Wann sind Messungen erforderlich?
Gewissheit über die Radonkonzentration in Ihrem Gebäude erhalten Sie ausschliesslich über eine Messung.
Messungen lassen sich über folgende Fragen priorisieren:
- Sind Sie in erhöhtem Risikogebiet?
- 2-10%
- 11-20% = +1 Risikopunkt
- >20% = +5 Risikopunkte
- Gibt es einen erdberührenden Raum mit Personenaufenthalt? Bei Ja +1 Risikopunkt
- Hat das Gebäude einen Naturkeller oder andere offensichtliche Undichtigkeiten gegenüber dem Untergrund? Bei Ja +1 Risikopunkt
- Wurde das Gebäude vor 1980 errichtet? Bei Ja +1 Risikopunkt
- Wurde die Dichtigkeit der Gebäudehülle gegenüber der Aussenluft im Rahmen von Renovationsarbeiten erhöht? Bei Ja +1 Risikopunkt
Zählen Sie nun Ihre Risikopunkte zusammen und leiten Sie die Massnahme aus folgender Tabelle ab:
- 0-1 Punkte - Radon-Messung kann in Betracht gezogen werden
- 2-3 Punkte - Radon-Messung ist empfohlen
- 4-5 Punkte - Radon-Messung ist dringend empfohlen
Gerne unterstützen wir Sie bei der Messung. Bestellen Sie hier Dosimeter für eine Radon-Messung.
Gibt es Radon-Test-Kits?
Es gibt verschiedene Radon-Messgeräte, die einfach zu Hause angewendet werden können.
Die meisten sind einfach in der Anwendung und helfen eine Erstdiagnose zu vollziehen. Gewisse Kantone bieten Radonmessgeräte auch zum Verleih an.
Lohnt es sich, ein Radon-Messgerät zu kaufen?
Ein Messgerät kann sinnvoll sein, wenn regelmässige Kontrollen durchgeführt werden sollen. Besonders in Regionen mit hoher Radonbelastung oder in älteren Gebäuden kann sich eine Anschaffung lohnen.
Nur eine anerkannte Radonmessstelle kann offizielle Aussagen machen und einen gültigen Bericht erstellen.
Welcher Einfluss hat der Gebäudezustand?
Entscheidend ist die Durchlässigkeit eines Gebäudes gegenüber der Bodenluft im Fundamentbereich ebenso wie im Mauerwerk mit Erdkontakt. Sind Keller oder andere Gebäudebereiche mit Erdkontakt
gegenüber darüber liegenden Stockwerken offen, kann sich Radon nach oben ausbreiten.
Beispielsweise kann über undichte Stellen Radon in obere Geschosse eindringen, wenn oben gelüftet wird.
Spielt der Standort des Gebäudes eine Rolle?
Absolut. Die Radonkarte für die Schweiz zeigt auf, in welchem Risikogebiet das Gebäude steht.
Zudem spielt die Beschaffenheit des Untergrunds eine Rolle. Beispielsweise die Korngrösse des Gesteins und die Durchlässigkeit des Untergrunds. Besondere Vorsicht ist bei Hanglagen und Schuttkegeln geboten. Im Gegensatz zu kompakten, lehmhaltigen Böden sind Granit, Karst- und Schotterböden risikoreicher.